Sitzsack-
Füllung und Hülle
Die klassischsten aller Sitzsack-Füllungen sind kleine Styroporkügelchen. Die
auch als EPS-Perlen bezeichneten weißen Polystrol-Bälle haben eine Größe von
etwa zwei bis fünf Millimeter. Da die Kugeln aneinander gleiten, fühlen sie sich
in dem Sitzsack flüssig wie Wasser an, ohne dabei an das Gewicht von Wasser auch
nur im Geringsten heranzukommen.
Eigenschaften der Styroporkügelchen
Styropor wird gerne als Dämmmaterial benutzt, denn die Luft in dem
aufgeschäumten Polystrol hält Temperaturen lange gleichmäßig. Diese Eigenschaft
macht auch eine der Besonderheiten des Sitzsacks aus: Die Wärme des menschlichen
Körpers wird reflektiert, so dass der Sitzsack nicht nur eine wunderbare Stütze
für den Körper ist, sondern gleichzeitig auch warm und behaglich wirkt. Die
Styroporkügelchen sind elastisch. Das bedeutet, nicht nur durch das gegenseitige
Vorbeigleiten passen sie sich dem Körper an; zusätzlich können sich die
EPS-Perlen selber verformen, dabei ihre Kugelgestalt aufgeben, um sich später
wieder in ihren ursprünglichen Zustand zu formen. Dadurch sind die
Styroporkügelchen auch extrem druckfest. Außerdem nehmen die einzelnen
EPS-Perlen kein Wasser auf, sind stattdessen zu etwa 90 Prozent mit Luft
gefüllt. Nach langem und intensivem Gebrauch kann es passieren, dass die
Styroporkügelchen sich abreiben, dabei EPS-Mehl bilden und ihre Form auch nicht
mehr so stark halten. Aber auch hier kann man für Abhilfe sorgen, denn
EPS-Perlen gibt es im praktischen Nachfüllpack. Dadurch behält der Sitzsack auch
nach Jahren noch seine Form.
Die Herstellung
Der Name EPS ist die Abkürzung für Expandierter Polystyrol-Hartschaum. Daraus
geht schon hervor, was Styropor ist. Der Kunststoff Polystrol schäumt beim
Erhitzen auf und füllt sich dabei mit Luft. Die Styroporkügelchen backen fest
zusammen, können aber leicht auseinander genommen werden um dann die typische
Struktur für einen Sitzsack zu erhalten.
Die Verträglichkeit
Styropor darf nach deutschen Richtlinien in direkten Kontakt mit Lebensmitteln
kommen, da es als völlig ungiftig bei der Berührung von Speisen und Getränken
eingestuft wird. Ausführliche Gutachten haben Styropor als biologisch neutral
eingestuft, weshalb auch Aufzuchtstationen für Kleinstlebewesen aus geschäumten
Polystrol bestehen, ganz abgesehen von Dämm- und Schallschutzbereichen in vielen
Häusern. Hinunterschlucken sollte man die Styroporkügelchen des Sitzsacks
allerdings nicht, gleiches gilt fürs Verbrennen, denn hierbei können giftige
Gase auftreten
Geschäumtes Polyurethan
Geschäumte Polyurethanflocken werden ebenfalls für die Polsterung der Sitzsäcke
verwendet. Da diese aber nicht so elastisch sind wie die herkömmlichen
Styroporkügelchen, werden ihnen oft zusätzlich noch EPS-Flocken beigemischt. Die
Polyurethan-Flocken reagieren zwar langsamer auf häufigen Gebrauch, sind dabei
aber auch sehr viel teurer.
Und auch das kultige Geräusch beim Hineinplumpsen in den Sitzsack fällt hier
völlig weg.
Dinkelspelzen als Füllung
Die biologische Variante der Sitzsack-Füllung ist auch die teuerste. Es ist
daher für kleine Nacken- oder Stillkissen wunderbar geeignet, nicht aber für
einen Sitzsack, der gut und gerne 350 Liter Volumen aufnehmen kann. Die
Getreidespelzen haben ein ziemliches Gewicht, weshalb der Transport des
Sitzsacks nicht so einfach vonstatten geht, wie bei den federleichten Produkten
aus Kunststoffen.
Nass werden sollte das ökologische Produkt auch nicht, denn dann ist
Schimmelbildung auf lange Sicht nicht ausgeschlossen.
Gefüllt mit Kunststoffgranulat
Das Granulat ist nicht elastisch, weshalb man auf einem mit diesen Kügelchen
gefüllten Bodenkissen doch sehr hart sitzt. Ein sehr weicher Bezug kann etwas
Abhilfe schaffen, doch für lange Sofaabende ist das Material eher unbrauchbar.
Sitzsäcke mit Stoffresten gefüllt
Ein Sitzsack, der mit Stoffresten aufgefüllt ist, ist lange nicht so elastisch
wie ein Bean Bag mit Styroporkügelchen. Die Stoff-Fetzen sitzen sich schnell
platt, umfließen den Körper nicht in der Weise, wie EPS-Perlen es tun. Häufiges
Aufschütteln des Sitzkissens führt nicht zu dem gewünschten Komfort. Auf der
anderen Seite ist es natürlich eine billige Lösung, bei der auch alte
Kleidungsstücke noch zu einer Verwendung kommen. Nass werden darf das Innere des
Sitzsacks allerdings nicht, sonst beginnt es schnell zu muffeln.
Schaumstoff
Bei Schaumstoff als Füllung für das Sitzkissen hat man das gleiche Problem wie
mit den Stoffresten. Der Sitzsack sinkt in sich zusammen, ohne sich der
Körperform anzupassen. Und genau das macht ja den Sitzsack aus. Was für
Polstermöbel mit hartem Kern gut funktioniert, ist für den Sitzsack nicht von
Vorteil.
Lesen Sie hier weiter im Teil 2 " Die Hülle des Sitzsackes " klick
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